Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung

Das Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung (OKB) ist eine Kooperation des Instituts für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen , von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen und dem Zentrum für berufliche Weiterbildung. Der Geschäftsleiter des OKB, Joe Gerig, äussert sich über die Zielsetzung und Angebote dieser Aus- und Weiterbildungsstätte.

Joe Gerig

"In der Ostschweiz geniessen die berufliche Grund- und Weiterbildung einen hohen Stellenwert. Deshalb war das Ziel der Kooperationspartner, die Aus- und Weiterbildung der Berufsbildungsverantwortlichen aller Stufen vor Ort anbieten zu können."

Joe Gerig, Geschäftsleiter des Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung

Herr Gerig, weshalb haben Sie nach der obligatorischen Schulzeit (k)eine Berufslehre absolviert?

Die Frage nach beruflicher oder schulischer Ausbildung stellte sich bei mir nicht. In einer Lehrerfamilie unmittelbar neben dem Lehrerseminar Rorschach aufgewachsen, war der Weg vorgezeichnet. Ich unterrichtete mit Herzblut an der Primarschule, dann an der Real- und später an der Berufsfachschule. Als Berufsfachschullehrer allgemein bildender Richtung und Abteilungsleiter der technischen Berufe am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen öffnete sich die Berufswelt mit all ihren spannenden Facetten. Nun darf ich als Geschäftsleiter des «Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung» (OKB) intensive Kontakte mit Betrieben, Organisationen der Arbeitswelt und Berufsfachschulen pflegen.

Warum wurde das Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung (OKB) gegründet?

Das OKB wurde im September 2010 vom Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen (IWP-HSG), von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) und dem Zentrum für berufliche Weiterbildung (ZbW) gegründet, nachdem diese gemeinsam den eidg. Diplomlehrgang Berufspädagogik für Lehrpersonen der Berufskunde aufgebaut hatten. In der Ostschweiz geniessen die berufliche Grund- und Weiterbildung einen hohen Stellenwert. Deshalb war das Ziel der Kooperationspartner, die Aus- und Weiterbildung der Berufsbildungsverantwortlichen aller Stufen vor Ort anbieten zu können. Die Website www.berufsbildung-ost.ch gibt dem OKB ein Gesicht. Hier finden sich alle wesentlichen Informationen zur Kooperation und zu den Angeboten.

Sie bieten Unterstützung im Bereich der beruflichen Grundbildung resp. Ausbildungen an. Welches sind da Ihre Themen?

Inzwischen ist die Angebots-Palette vollständig: Basiskurs für Berufsbildner/innen, Berufsbildner/innen ÜK im Neben- und Hauptberuf, Diplomstudiengänge BKU und ABU sowie Lehrpersonen HF im Neben- und Hauptamt. Damit leistet das OKB einen wesentlichen regionalen Beitrag zur Qualität und Qualitätsentwicklung in der beruflichen Grund – und Weiterbildung und damit zum Wirtschaftsstandort.

Was sind die Angebote im Bereich Weiterbildungen?

Das OKB-Flaggschiff ist das jährliche Ende November stattfindende Berufsbildungs-Symposiums, welches jeweils von ca. 400 Berufsbildungsverantwortlichen aller Lernorte besucht wird. Damit decken wir offensichtlich ein Bedürfnis ab, was auch immer wieder in den positiven Feedbacks bekräftigt wird. Zudem bieten das IWP-HSG, die PHSG und das ZbW je eigene Kurse und Seminare für ihre Zielgruppen an.

Bekannt geworden ist das OKB mit Symposien und Tagungen zu aktuellen Themen mit guten Dokumentationen. Was ist da Ihr Anspruch?

Mit dem OKB-Symposium möchten wir die Berufsbildungsverantwortlichen aller Lernorte zusammenbringen und ihnen Impulse für die Ausbildungstätigkeit geben. Deshalb wählen wir Themen, die alle ansprechen. In den letzten drei Jahren war die Jugend mit ihrer Befindlichkeit, ihren Medien und Werten im Zentrum. Ab diesem Jahr drehen wir den Scheinwerfer und starten mit der Trilogie «Bildungsprofis – …» mit dem Fokus auf die Erziehung, die Lernortkooperation und das Neben/Miteinander/Gegeneinander. Das Organisationskomitee des Symposiums wird von einem Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Zielgruppen wie Lehrbetrieben, überbetriebliche Kursen und Berufsfachschulen unterstützt.

Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen für das Schweizerische System der Berufsbildung?

Das duale oder auch triale schweizerische Bildungssystem hat sich bewährt. Und genau diese Tatsache könnte zum Stolperstein werden, denn Genügsamkeit macht träge. Ich sehe die Herausforderung für die Schweizerische Berufsbildung darin, den Wandel in der Gesellschaft, Wirtschaft und Technik dynamisch aufzunehmen und die beruflichen Aus-und Weiterbildungen offen weiterzuentwickeln. Es bleibt spannend in der Berufsbildung.

13.03.2015

Kontakt

Joe Gerig JGerig@zbw.ch

Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch gallus.zahno@educa.ch

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.03.2017

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